Aufruf zur Demonstration am 18.03.17 in Salzwedel: gegen Rassismus und Abschiebungen – für eine solidarische Gesellschaft

In den letzten Jahren hat die Bewegung der Flüchtenden es geschafft das globale Kräfteverhältnis in Frage zu stellen. Sie haben das Dublin-System zeitweise außer Kraft gesetzt und Bewegungsfreiheit praktisch über Nacht zu einem hunderttausendfach angeeigneten Recht gemacht. Inzwischen verschlechtern sich die Perspektiven für viele Geflüchtete wieder. Rassistische Anfeindungen im Alltag, in der Schule, Angriffe auf Unterkünfte und in der Öffentlichkeit haben dramatischzugenommen. Zudem sind viele Geflüchtete durch die verstärkten Abschiebungen verunsichert, wenn nicht real bedroht. Dies ist ein Teil der Wirklichkeit, der für Menschen, die davon nicht betroffen sind, meist unsichtbar bleibt.
Die Bundesregierung hat sich ein klares Ziel bis zur Bundestagswahl im September 2017 gesetzt: die Abschiebezahlen müssen deutlich erhöht werden. So ist die Einstufung der MaghrebStaaten als sogenannte sichere Herkunftsländer wieder verstärkt in der Diskussion, so wurden mit diversen Ländern sogenannte Rücknahmeverträge geschlossen und so wird nun auch nach Afghanistan abgeschoben. Afghanistan – ein Land, das sich seit 40 Jahren im Krieg befindet – ist nicht sicher, wie Berichte desUNHCR, Einschätzungen des Auswärtigen Amtes und, vor allem, Berichte geflüchteter Afghan*innen belegen. Personen, die sich bereits zur Flucht entschlossen und ein neues Leben in Deutschland begonnen haben, unterdem Vorwand, ihre Fluchtgründe bestünden nicht mehr, abzuschieben,während für Deutsche eine Reisewarnung nach Afghanistan besteht, ist mehr als zynisch.

Die Forderung nach gleichen Rechten für alle Menschen beinhaltet die Forderung auf Bewegungsfreiheit und das Recht der freien Wahl des Aufenthaltsortes. Die Abschottung der reichen Länder gegen Flüchtlinge,wie hohe, stacheldrahtbewehrte Zäune auf den Landwegen nach Europa in Kombination mit Gesetzen, die die Einreise per Flugzeug verhindern, zwingen die Menschen, z.B. durch das gefährliche Libyen auf das Mittelmeer auszuweichen. Eine Situation, die allein in 2016 geschätzt fünftausend Tote gefordert hat.

Wir fordern, dass von staatlicher Seite legale Einreisemöglichkeiten (wieder-) hergestellt werden, geflüchteten Menschen Schutz gewährt und eine Bleibeperspektive geboten wird. Wir appellieren an alle, geflüchtete Menschen weiter willkommen zu heißen und sich Hetze und Anfeindungen entschlossen entgegenzustellen. Wir treten ein für das Recht auf Bewegungsfreiheit für alle Menschen und solidarisieren uns mit allen, die hier bleiben wollen! Zusammen für eine offene und solidarische Gesellschaft!

Mit der Demonstration am 18.03.2017 in Salzwedel will das Aktionsbündnis solidarisches Salzwedel auf menschenverachtende Entwicklungen in der BRD, in Sachsen-Anhalt sowie in unserem direkten Umfeld hinweisen und ein klares Signal setzen: gegen Rassismus und Abschiebungen – für eine solidarische Gesellschaft!
Diese Aktion findet im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus und im Rahmen der bundesweiten Aktionstage von welcome2stay statt.

Das Aktionsbündnis solidarisches Salzwedel: Wir sind ein Bündnis aus der Altmark und dem Wendland. Unterstützt werden wir unter anderem von der
Diakonie, dem Exchange, der Kulturnische, dem AZ Kim Hubert, DIE LINKE, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, dem Verein Miteinander e.V., der Mobilen Beratung für Opfer rechter Gewalt, ZuFlucht.Wendland, Kurve Wustrow, Jesus FreaksAltmark-Wendland, Flüchtlingsrat Sachsen-Anhalt sowie von vielen
Privatpersonen.

Start der Demostration am 18.3.17 10 Uhr Rathausturmplatz Salzwedel

Rechtspopulismus und Antifeminismus in der AFD – Veranstaltung mit A. Kemper am 17.3.2017

Weltweit sind autoritäre Parteien und Bewegungen mit radikalen Ideologien der Ungleichheit stärker geworden. In Deutschland sammeln sich diese Initiativen zunehmend in der AfD. Der Soziologe Andreas Kemper verdeutlicht diese Ungleichheitsideologien anhand der Sprache der antifeministischen Netzwerke der AfD. Nach dem einstündigen Vortrag ist ausreichend Zeit für Nachfragen und Diskussionen.

Datum: Freitag, 17.3.2017
Zeit: 19:30 Uhr (ab 18:30 Uhr gibt es Küche für alle)
Ort: Kulturverein Platenlaase

Buchvorstellung „Kunst und Kampf“

Am Sonntag, 4. Dezember 2016 wird Bernd Langer sein neues Buch „Kunst und Kampf“ vorstellen.

Das Buch ist nicht nur ein Beitrag zur Geschichte der radikalen Linken – insbesondere der Autonomen Antifa – in der BRD, sondern vermittelt Erfahrungen zur Entstehung von Kunst aus den antifaschistischen Kämpfen und über Kunst als Mittel der politischen, antifaschistischen Arbeit. Ein Anspruch dabei lautet, sich mit allen individuell zur Verfügung stehenden Mitteln und Möglichkeiten in die antifaschistische Arbeit einzubringen. Antifa kann auch kreativ und soll weiterhin selbstgemacht sein. Das Buch von Bernd Langer bietet dazu viele Anregungen.

Und dann gibt es auch eine Antwort auf die Frage, was es mit dem Titelbild des Buches auf sich hat…

Sonntag, 4. Dezember 2016
15 Uhr
Infocafe Anna & Arthur
Katzenstr. 2
Lüneburg

Veranstaltungsreihe zum Grenzregime Europas, zu Flucht, Rassismus und Widerstandsperspektiven

NoBorderWendland proudly presents:

„Wir haben es satt, den aktuellen Entwicklungen hinterher zu laufen um im Endeffekt vereinzelt in Aktivismus zu verfallen. Wir wollen verstehen, einordnen und detaillierter analysieren an welchem historischen Punkt wir uns befinden, wie der Stand der Entwicklungen ist, was wir für die Zukunft ableiten können und was aus emanzipatorischer Perspektive (langfristig) notwendig ist.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mit uns im Laufe von sechs Veranstaltungen die kalte Jahreszeit dafür zu nutzen, sich kontinuierlich mit den Themen Flucht, ihren Gründen, der Abschottung Europas, Abschiebung und den rechten Entwicklungen in der BRD auseinanderzusetzen.

Die Veranstaltungen werden im Abstand von ca. fünf Wochen stattfinden. Wir haben verschiedene Referent*innen eingeladen, die in Form von Inputs
oder Lesungen die Veranstaltungen eröffnen. In der Schlußveranstaltung wollen wir gemeinsam das zuvor Diskutierte und Fragen zusammenführen und mögliche Handlungsperspektiven erörtern.

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Geschichte wird gemacht

Eine Veranstaltungsreihe zum kritischen Erinnern und Gedenken 71 Jahre nach dem Ende des Faschismus wird vom Arbeitskreis Kritisches Erinnern zwischen September 2016 und März 2017 an verschiedenen Orten im Wendland organisiert.

Weitere Infos zu den Terminen und Inhalten sind auf dem Flyer zur Reihe zu finden!